Die Ledergewinnung ist eines der ältesten Gewerbe der Menschheit. Schon den Urvölkern dienten Tierhäute als Bekleidung und Schutz. Früh man fand heraus, dass durch Einreiben mit Fett die Tierhaut geschmeidig bleibt und die Gerbung mit Rauch die Häute haltbarer macht.
Während man ursprünglich eine Gerbung, also die Konservierung des Leders ausschliesslich mit Rauch oder pflanzlichen Stoffen durchgeführte (pflanzliche Gerbstoffe werden beispielsweise aus Baumrinden oder dem Kernholz der Akazie gewonnen) hat sich heute die Methode der Chromfärbung durchgesetzt. Beim Chromfärben wird das Leder mit Chromsalzen behandelt. Dieses Verfahren ist deutlich schneller als die teilweise Monate dauernde Pflanzengerbung. Darüber hinaus ist chromgefärbtes Leder sehr viel reissfester. Die zum gerben genutzten Chromsalze Kaliumdichromat, Natriumdichromat, Chromalaun gelten als gesundheitlich unbedenklich.
Im Bereich der Möbelherstellung wird in der Regel Leder von Rindern verwendet, welches im Bereich der Fleischgewinnung heute als "Nebenprodukt" anfällt. Eine Schlachtung zur alleinigen Gewinnung von Leder findet nicht statt. Es gibt Leder in verschiedenen Varianten und Qualitäten, die verschiedene Merkmale aufweisen und auch unterschiedlicher Pflege bedürfen.
Da Leder ein natürlicher Rohstoff ist, unterliegt sein Charakter und seine Optik gewissen Schwankungen. Bei "offenporigem", nicht voll versiegeltem Leder sehen Sie die Hautporen wie auch eventuelle Narben des Tieres. Je nachdem wie makellos die unbehandelte Haut ist, wird das Leder in verschiedene Qualitätsstufen eingeteilt und für die weiteren Produktionsschritte vorsortiert. Das Leder europäischer Rinder gilt aufgrund der Art der Tierhaltung und aufgrund des Klimas als besonders hochwertig. Leder aus trockenen Klimazonen mit überwiegender Freilandhaltung ist meist dünner und weist vermehrt schadhafte Stellen auf.
Meist werden für die hochwertigen Leder die Häute von männlichen Tieren genutzt. Die Hautdicke ist gerade im Bauchbereich höher, zudem liegt die Gefässversorgung in den unteren Hautschichten tiefer als bei weiblichen Tieren. Rinderhäute sind generell zwischen 5 und 10 mm stark. Diese Haut wird durch das so genannte Spalten in zwei, teilweise auch in drei Schichten unterteilt, wobei die verschiedenen Schichten verschiedene Qualitäten liefern.